07.02.2017  |  PM-Nr. 17/02

Ab Dezember 2017: Mehr Züge im Dreieck Halle, Leipzig und Bitterfeld unterwegs

Mit Inbetriebnahme der ICE-Neubaustrecke Erfurt – Bamberg (– München) ändert sich der Fernverkehrsfahrplan in Mitteldeutschland – wie schon 2015 – wieder erheblich. Auch im Eisenbahnnahverkehr sind Anpassungen erforderlich. Darüber informierten heute die Nahverkehrsservicegesellschaften Sachsen-Anhalts – NASA – und Thüringens – NVS – gemeinsam auf einer Pressekonferenz in Halle (Saale).  

Vorgestellt wurden die Entwürfe für den Zugfahrplan 2018, der am 10. Dezember 2017 in Kraft tritt. Die Entwürfe werden ab heute schrittweise im Internet veröffentlicht: unter www.starker-nahverkehr.de (Sachsen-Anhalt) bzw. www.nvsthueringen.de (Thüringen). Bis 26. Februar haben die Fahrgäste in Sachsen-Anhalt und Thüringen Zeit, sich dazu zu äußern. Anregungen sind willkommen. Die Hinweise werden geprüft, abgewogen und – wenn möglich – noch in die Fahrpläne eingearbeitet. Die NASA übt diese Praxis erfolgreich seit über 10 Jahren, seit mehreren Jahren auch gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen.  

Erheblich beeinflusst wird der Fahrplan 2018 wieder von den Bauarbeiten in den Bahnknoten Leipzig, Halle und Magdeburg sowie der Erneuerung der Saalebrücken zwischen Naumburg und Weißenfels mit eingleisiger Streckenführung. Zwischen Halle und Delitzsch wird die Strecke 9 Monate lang für eine grundlegende Modernisierung gesperrt.  

Halle/Leipzig und Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg
Im Hauptbahnhof Halle geht Ende November 2017 die Ostseite mit den Bahnsteigen 8 bis 13 wieder in Betrieb; dafür werden die bisherigen Gleise 2 bis 6 gesperrt. Der Bahnhof ist damit etwas leistungsfähiger als im bisherigen Bauzustand. Dies ermöglicht es, künftig zwischen Halle und Bitterfeld montags bis freitags ein etwa halbstündliches Angebot mit der neuen S-Bahn-Linie 8 einzurichten. Auch der S-Bahn-Verkehr zwischen Halle und Leipzig über den Flughafen (S 5 bzw. S 5X) wird künftig zur Hauptverkehrszeit halbstündlich angeboten. Die S 5X (Express-S-Bahn Halle – Zwickau) verkehrt dann wieder ganztägig nach Halle; das Angebot wird montags bis freitags durch weitere Züge der S 5 ergänzt. Die Fahrplanlagen der S-Bahn-Linien 3 und 5/5X werden künftig in Halle zeitlich stärker getrennt, so dass sich für Anschlussreisende in Halle mehr Umsteigemöglichkeiten nach Leipzig ergeben. Die S 3 verkehrt in Leipzig künftig durch den City-Tunnel nach Leipzig-Connewitz und im Berufsverkehr mit einzelnen Zügen nach Markkleeberg-Gaschwitz.   Zwischen Leipzig und Bitterfeld gibt es nach den baubedingten Einschränkungen der Jahre 2016 und 2017 wieder ein ausgeweitetes S-Bahn-Angebot.  

Zwischen Delitzsch und Bitterfeld ist montags bis freitags eigentlich ein halbstündliches S-Bahn-Angebot vorgesehen. Aufgrund der Bauarbeiten zwischen Leipzig Nord und Leipzig Messe kann dort jedoch vorerst alle 2 Stunden statt einer S-Bahn nur der RE 13 Leipzig – Dessau-Roßlau – Magdeburg verkehren. So fahren montags bis freitags innerhalb von zwei Stunden jeweils drei S-Bahnen (mit Halt Petersroda) und ein Regionalexpress (ohne Halt Petersroda) zwischen Leipzig und Bitterfeld.  

Die Linien S 2 und S 8 verkehren jeweils wechselweise nach Lutherstadt Wittenberg Hbf und Dessau Hbf wieder mit bahnsteiggleichem Anschluss in Bitterfeld. In Leipzig fährt die S 2 künftig durch den City-Tunnel nach Leipzig-Stötteritz.  

Der RE 3 zwischen Lutherstadt Wittenberg und Berlin hält wieder mit allen Zügen in Bülzig und Zörnigall; die ersatzweise Verlängerung der RB 51 Dessau Hbf – Lutherstadt Wittenberg nach Zahna entfällt. In Richtung Berlin verkehren die Züge der RE 3 um etwa eine Stunde versetzt gegenüber dem jetzigen Fahrplan.  

Auch zwischen Falkenberg und Berlin fahren die Züge des RE 3 in dieser Richtung um etwa eine Stunde versetzt zum aktuellen Fahrplan.  

In Lutherstadt Wittenberg Hbf gibt es künftig zur vollen Stunde mindestens zweistündlich Direktverbindungen oder mindestens Anschlussverbindungen für Bitterfeld – Jessen – Falkenberg und Dessau-Roßlau – Jessen – Falkenberg.  

Magdeburg – Altmark  
Zur Landesgartenschau 2018 bieten RE 1 und RB 40 zwischen Magdeburg und Burg gemeinsam täglich ein halbstündliches Angebot.  

Nordharz
Die Linien HEX 4 und 24 (Goslar –) Halberstadt – Halle bekommen in Halle (Saale) Hbf direkten bahnsteiggleichen Anschluss zur S 5 X von und nach Leipzig. Die NASA hofft, dass die DB Netz AG den mit vier Minuten kalkulierten Anschluss im Fahrplan umsetzen kann.  

Die ersten Fahrten zwischen Halberstadt und Goslar bzw. in der Gegenrichtung verkehren im neuen Fahrplan (statt bisher nur montags bis freitags) zusätzlich am Sonnabend; am Abend fährt der bisher nur sonnabends verkehrende letzte Zug um 22.05 Uhr ab Halberstadt nach Goslar künftig ebenfalls täglich, genauso wie der Zug um 23.05 Uhr ab Goslar. Sowohl morgens als auch abends gibt es so – mit einmaligem Umstieg – auch zusätzliche Fahrtmöglichkeiten aus dem Landkreis Harz von und nach Braunschweig und Hannover.  

Mansfeld-Südharz
RE 9 und RE 19 Halle – Sangerhausen – Nordhausen – Leinefelde (– Kassel) fahren künftig nicht mehr baubedingt bis Bitterfeld, sondern sie beginnen und enden wieder in Halle (Saale) Hbf. Der RE 9 hat dort Anschluss zum Fernverkehr von und nach Berlin.  

Im Bahnhof Sangerhausen fehlen technische Voraussetzungen für schnelles Trennen und Zusammenführen von Zügen. So wird es vorläufig Direktverbindungen nur auf der Linie Halle – Nordhausen – Leinefelde (RE 19) oder aber Halle – Artern – Erfurt (RB 59) geben. Auf einer der beiden Linien muss umgestiegen werden – auf welcher wird noch geklärt.  

Saale-Unstrut
Während des Saalebrückenbaus zwischen Weißenfels und Naumburg entfällt ab 23. Februar 2018 die RB 20 Halle – Eisenach zwischen Weißenfels und Naumburg. Verbindungen zwischen Halle und Naumburg bieten etwa stündlich im Wechsel die zweistündlichen Linien RE 16 Halle – Naumburg – Erfurt und die neue RE 18 Halle – Naumburg – Jena – Saalfeld. RE 16 und RE 18 ersetzen zwischen Halle und Naumburg die bisherige RE-Linie 30 Magdeburg – Halle –Naumburg, die aufgrund der Bauarbeiten im Jahr 2018 nicht verkehren kann. Der RE 18 bietet ab dem Fahrplanwechsel eine schnelle Verbindung von Jena nach Halle mit Halt nur an größeren Bahnhöfen. In Halle gibt es dann mit ca. 15 Minuten Umsteigezeit Anschluss an den ICE-Verkehr von und nach Berlin.  

Längere Übergangszeiten gelten vorübergehend in Naumburg (Saale) Hbf von der Unstrutbahn aus Wangen (RB 77) nach Halle und Leipzig. Nach Abschluss der Bauarbeiten an der Saalebrücke sind dann ab Dezember 2018 günstige Anschlüsse auch zu diesem Zielen vorgesehen.  

Die RB 76 Weißenfels – Zeitz stellt künftig in Weißenfels günstige Anschlüsse von und nach Halle, Leipzig, Erfurt und Jena her. In Zeitz können die Anschlüsse von und nach Leipzig und Gera wieder deutlich verkürzt werden.  

Anregungen der Fahrgäste gefragt
Fahrgäste haben bis zum 26. Februar 2017 Gelegenheit, zu den Entwürfen Stellung zu nehmen bzw. Anregungen und Kritik zu senden. Auch im Laufe des vorigen Jahres vorgebrachte Hinweise fließen in die weitere Fahrplanbearbeitung ein.  

Der Eisenbahnfahrplan wird nach einem engen Planungskalender erstellt. Bis Anfang April müssen die verbindliche Bestellung vorliegen, danach sind nur noch kleine Änderungen möglich. Die Aufgabenträgerorganisationen NVS Thüringen GmbH und NASA GmbH stellen deshalb seit mehreren Jahren etwa Mitte Februar ihre Entwürfe zur Einsicht im Internet bereit, um noch Anregungen der Fahrgäste aufnehmen zu können.  

Sachsen-Anhalt: www.starker-nahverkehr.de
Thüringen: www.nvsthueringen.de