12.02.2019  |  PM-Nr. 19/04

Zugfahrplan 2020: Schneller von Zerbst und Dessau-Roßlau nach Leipzig / Mehr Züge zwischen Wolfsburg und Magdeburg

Entspannung im Fahrplan 2020: Es gibt weniger große Baustellen im Land und damit Erleichterungen für die Fahrgäste. Die Baumaßnahmen in Magdeburg und Köthen, die den Fahrplan 2019 stark beeinflussen, werden beendet. Auch im Hauptbahnhof Halle (Saale) gehen vier Bahnsteige wieder in Betrieb. Der Umbau der Bahnsteige 1 bis 3 bedeutet besonders bei der S-Bahn aller-dings noch Einschränkungen bis März 2021. In das Jahr 2020 werden noch die Bahnsteigarbeiten in Stendal und Dessau Hbf hineinreichen. Darüber informierten heute die Nahverkehrsservicegesellschaften Sachsen-Anhalts – NASA – und Thüringens – NVS – auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Halle (Saale).

Vorgestellt wurden die Eckpunkte für den Zugfahrplan 2020, der am 15. Dezember 2019 in Kraft tritt. Die Fahrplanentwürfe werden ab heute im Internet veröffentlicht für: Sachsen-Anhalt unter www.mein-takt.de und für Thüringen unter www.nvsthueringen.de. Bis 3. März haben die Fahrgäste in Sachsen-Anhalt und Thüringen Zeit, sich dazu zu äußern. Die NASA übt diese Praxis erfolgreich seit über 10 Jahren, seit mehreren Jahren auch gemeinsam mit dem Freistaat Thüringen.

Schwerpunkte im Baugeschehen in Sachsen-Anhalt sind 2020 ganzjährig der Umbau der S-Bahnsteige im Hauptbahnhof Halle (Saale), die Arbeiten im ehemaligen Güterbahnhof Roßlau sowie die Streckensperrung zwischen Lutherstadt Wittenberg und Berlin vom 05. Oktober 2020 bis 14. Dezember 2020 – mit erheblichen Auswirkungen auf die Fahrplangestaltung. So müssen auf der S 3 im Abschnitt Halle-Trotha – Halle (Saale) Hbf Taktzeiten verschoben und der Frühverkehr angepasst werden. Der Umbau im ehemaligen Roßlauer Güterbahnhof bedeutet ab 5. Juli 2020 den Entfall des Haltes Meinsdorf bis ins Jahr 2021 hinein. Ab Oktober entfällt die direkte Anbindung von Lutherstadt Wittenberg an Berlin. Die umgeleiteten Fern- und Güterzüge beeinflussen auch den Fahrplan für Dessau-Roßlau.

Mit der Inbetriebnahme weiterer Bahnsteige und Gleise im Hauptbahnhof Halle (Saale) verbessert sich 2020 das Angebot im Raum Halle/Leipzig auf folgenden Strecken:

  • Halle (Saale) – Bitterfeld: bessere Vertaktung der S 8
  • Halle (Saale) – Sangerhausen – Nordhausen – Leinefelde – Kassel: kürzere Fahrzeiten RE 9/19
  • Halle (Saale) – Leipzig: auf der Flughafenstrecke besserer Abend- und Nachtverkehr
  • Halle (Saale) – Halberstadt: kürzere Umsteigezeiten zur S 3 von und nach Leipzig.

Zugunsten von mehr Angeboten in den Früh- und Nachmittagsstunden montags bis freitags zwischen Schkeuditz und Leipzig Hbf entfallen auf der S 3 drei zusätzlich zum Halbstundentakt angebotene Fahrten zwischen Halle (Saale) Hbf und Leipzig Hbf. Auf den Strecken Merseburg – Querfurt und Weißenfels – Zeitz gilt ab Dezember 2019 der neue Verkehrsvertrag „Elster-Geiseltal“. Die bisherigen Triebwagen der Burgenlandbahn werden von größeren und moderneren Fahrzeugen abgelöst. Zwischen Weißenfels und Zeitz wird montags bis freitags eine Angebotslücke am Vormittag geschlossen, dafür entfällt ein Fahrtenpaar am Abend.

Der RE 13 fährt zwischen Magdeburg und Leipzig künftig jeden Tag stündlich. Zwischen Zerbst und Leipzig Hbf werden mit Rodleben, Roßlau, Dessau Hbf, Wolfen, Bitterfeld, Delitzsch und Leipzig-Messe nur sieben Stationen bedient. Damit bekommt die wachsende Zahl von Pendlern zwischen den Städten mehr schnelle Fahrtmöglichkeiten; und mit Einbeziehung in den Mitteldeutschen Verkehrsverbund gewinnt die Strecke deutlich an Attraktivität. Zwischen Magdeburg Hbf und Zerbst verkehren die Züge ebenfalls stündlich mit allen Unterwegshalten. Mit Entfall der Baueinschränkungen Ende 2019 werden zwischen Magdeburg und Dessau Hbf montags bis freitags wieder ergänzende Züge zum stündlichen Takt angeboten, die als „Expressverbindungen“ ausgewählte Halte bedienen.

Mit Ende baubedingter Einschränkungen kann auch das S-Bahn-Angebot im „Bitterfelder Kreuz“ gestärkt werden. So sollen täglich eine zusätzliche S 8 Dessau Hbf (6.17 Uhr) – Halle (Saale) Hbf (7.04 Uhr) und am Nachmittag wieder zwei zusätzliche Halte der S 2 in Greppin angeboten werden.

Wegen der Sperrung der Strecke zwischen Lutherstadt Wittenberg und Berlin (konkret Jüterbog – Ludwigsfelde) ab 05. Oktober 2020 wird mit den Partnern ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept abgestimmt. Vorgesehen ist neben Busangeboten Pendelzugverkehr Lutherstadt Wittenberg Hbf – Niedergörsdorf und Falkenberg – Jüterbog.

Zwischen Magdeburg und Wittenberge entfällt früh eine S-Bahn, die montags bis freitags bislang zusätzlich zum Takt eingesetzt wird. Sie bietet seit Dezember 2015 in Wittenberge eine kurze ICE-Anbindung nach Hamburg und Berlin, wird aber wenig genutzt. Die Fahrt des Regionalexpress 18.03 Uhr ab Uelzen wird über Stendal hinaus nach Magdeburg verlängert.

Gute Nachricht für Pendler zwischen Magdeburg bzw. Stendal und Wolfsburg: Montag bis Freitag gibt es ab Wolfsburg Hbf um 6.20 Uhr (mit Umstieg in Oebisfelde) und 8.23 Uhr zusätzliche Fahrtmöglichkeiten Richtung Haldensleben – Magdeburg sowie 11.50 Uhr nach Stendal. Eine zusätzliche Fahrt gibt es auch ab Stendal 9.06 Uhr nach Wolfsburg.

Anregungen der Fahrgäste gefragt
Fahrgäste haben bis zum 03. März 2019 Gelegenheit, sich zu den Entwürfen zu äußern. Auch Hinweise aus den Vorjahren fließen in die Planung ein.

Der Eisenbahnfahrplan wird nach einem engen Planungskalender erstellt. Bis Anfang April muss beim Netzbetreiber die verbindliche Bestellung vorliegen, danach sind nur noch kleine Änderungen möglich. Die Aufgabenträgerorganisationen NVS Thüringen GmbH und NASA GmbH stellen deshalb seit mehreren Jahren Mitte Februar ihre Entwürfe im Internet vor, um noch Anregungen der Fahrgäste aufnehmen zu können. Die Vorschläge müssen bei oft gegensätzlichen Fahrgastinteressen gegeneinander sowie mit Zwangspunkten der Planung abgewogen werden, tragen aber zu Verbesserungen im Fahrplan bei.