23.11.2017  |  PM-Nr. 17/23

Eisenbahnnetz Elbe-Spree neu ausgeschrieben - schnelle Berlinverbindungen für Magdeburg und Dessau-Roßlau

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt startet in diesen Tagen das Vergabeverfahren „Netz Elbe-Spree“ (NES). Für Sachsen-Anhalt betrifft dies die schnellen Berlinverbindungen RE 1 und RE 7 von Magdeburg und Dessau Hbf in die Bundeshauptstadt. Das jetzige „Netz Stadtbahn“ wird verändert und erneut im Wettbewerb vergeben. Betriebsaufnahme ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022.

Sachsen-Anhalts Minister für Landesentwicklung und Verkehr Thomas Webel sagte: „Für die Sachsen-Anhalter enthält das Netz zwei bedeutende Linien. Beide bieten stündlich schnelle Verbindungen in die Landeshauptstadt Potsdam und zur Bundeshauptstadt Berlin: Der Regionalexpress RE 1 von der Landeshauptstadt Magdeburg aus und der RE 7 vom Oberzentrum Dessau-Roßlau. Sie werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.“

Für den RE 1 Magdeburg – Berlin sieht der ausgeschriebene Fahrplan im Frühberufsverkehr bis zur Stunde 7 vier Fahrten vor statt der jetzigen drei. Die geplanten Züge verfügen über eine Kapazität von 600 Sitzplätzen. Abends soll es eine zusätzliche Fahrt von Berlin nach Magdeburg geben.

Beim RE 7 bleibt es bei der Anbindung von Dessau-Roßlau mit dem stündlichen Angebot Montag bis Freitag und dem Zweistundentakt am Wochenende. In Dessau Hbf wird der RE 7 mit allen anderen Nahverkehrszügen im Taktknoten zur vollen Stunde verknüpft.

Alle Fahrzeuge im Netz Elbe-Spree sollen über kostenfreien Internetzugang verfügen; für die Fahrradmitnahme wird es eigens Stellplätze geben – ohne Klappsitz dahinter. Alle Fahrten werden von Kundenbetreuern begleitet.

Betriebsübergang
Auch im Verfahren Netz Elbe-Spree gibt es entsprechend dem neuen Vergaberecht eine Regelung zur Übernahme des Betriebspersonals. Im Falle eines Betreiberwechsels werden somit Triebfahrzeugführern wie Kundenbetreuern Arbeitsplätze mit gleichen Rahmenbedingungen beim neuen Betreiber angeboten.

Zeitplan
Im Vergabeverfahren Netz Elbe-Spree haben interessierte Bieter bis Ende Mai 2018 Zeit, sich zu bewerben. Geplant ist, im Herbst 2018 den Zuschlag zu erteilen. Das beauftragte Verkehrsunternehmen hat dann vier Jahre Zeit bis zur Betriebsaufnahme, um die Fahrzeuge zu beschaffen oder zu modernisieren, eventuelle Werkstattkapazitäten aufzubauen und das Personal einzustellen.

Zur Information
An der europaweiten Ausschreibung beteiligen sich neben Sachsen-Anhalt auch die Länder Berlin und Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern. Vertreten werden die Länder durch die NASA, den VBB und die VMV. Der VBB führt das Vergabeverfahren im Auftrag der Länder durch. Das Netz Elbe-Spree ist mit jährlich rund 28 Millionen Zugkilometern bundesweit das größte Eisenbahnnetz, das bislang im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ausgeschrieben wurde. Es umfasst 17 Regionalexpress- und Regionalbahnlinien sowie den Flughafenexpress (FEX). Der größte Anteil der Verkehrsleistung liegt mit rund 67 Prozent im Land Brandenburg, etwa 24 Prozent befinden sich in Berlin, je 4,3 Prozent liegen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die Vertragslaufzeit beträgt 12 Jahre und beginnt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022.